Kompressionsstrümpfe: Wirkung, Kompressionsklassen und Unterschiede einfach erklärt - Physiotherapie Stuttgart
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- vor 15 Stunden
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Geschwollene Beine, ein Schweregefühl nach langem Stehen oder Beschwerden nach einer Operation: Viele Menschen kommen früher oder später mit Kompressionsstrümpfen in Berührung. In diesem Beitrag der Physiotherapie Stuttgart erfahren Sie, wie Kompressions-strümpfe wirken, welche Kompressionsklassen und Strickarten es gibt und worin sich diese von Anti-Thrombose-Strümpfen unterscheiden. Zudem erfahren Sie, warum Bewegung sowie eine gezielte physiotherapeutische Behandlung den Therapieerfolg entscheidend unterstützen.
Was sind Kompressionsstrümpfe?
Kompressionsstrümpfe sind medizinische Hilfsmittel, die durch definierten Druck auf Beine oder Arme den Blut- und Lymphfluss unterstützen. Der Druck ist im Bereich der Knöchel bzw. der Handgelenke am stärksten und nimmt nach oben hin kontinuierlich ab. Dadurch werden die Venen entlastet, der Rücktransport des Blutes zum Herzen gefördert und überschüssige Gewebsflüssigkeit besser abtransportiert.
Unterschied zu Anti-Thrombose-Strümpfen: Anti-Thrombose-Strümpfe (auch Thromboseprophylaxestrümpfe) genannt, sind für überwiegend liegende oder stark eingeschränkte Patienten entwickelt worden und oft in Standardgrößen erhältlich. Sie werden häufig während eines Krankenhausaufenthalts oder nach Operationen getragen, um das Risiko einer Venenthrombose zu verringern. Da sie auf die Druckverhältnisse im Liegen abgestimmt sind, eignen sie sich nicht als Ersatz für medizinische Kompressionsstrümpfe im Alltag.
Wann werden Kompressionsstrümpfe eingesetzt?
Kompressionsstrümpfe kommen bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden zum Einsatz. Dazu gehören u.a.:

(chronische) Venenschwäche
Krampfadern
Lymphödeme
Lipödeme
Schwellungen nach OP´s oder Verletzungen
Schwellungen während der Schwangerschaft
(Thromboseprophylaxe)
Die Tragedauer richtet sich nach der jeweiligen Diagnose. Manche Menschen benötigen sie nur vorübergehend nach einer Operation, andere dauerhaft bei chronischen Venenerkrankungen oder Lymphödemen.
Beachte: Es gibt jedoch auch Ekrankungen, bei denen keine oder nur eine leichtere/modifizierte Form der Kompressionstherapie angewandt werden darf (z.B. dekompensierte Herzinsuffizienz, etc.). Daher ist es unbedingt erforderlich, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten!
Wie wirken Kompressionsstrümpfe?
Durch den gleichmäßigen Druck werden die Venen leicht zusammengedrückt. Dadurch schließen die Venenklappen besser und das Blut kann effizienter zum Herzen zurückfließen. Gleichzeitig wird überschüssige Gewebsflüssigkeit schneller abtransportiert.
Viele Patienten berichten bereits nach kurzer Zeit über folgende Verbesserungen:
geringere Schwellungen
leichteres Gefühl in den Beinen/Armen
weniger Schmerzen
mehr Belastbarkeit im Alltag
Damit sie ihre volle Wirkung entfalten können, müssen Kompressionsstrümpfe individuell angepasst werden! Sie sind in verschiedenen Kompressionsklassen, Strickarten und Ausführungen erhältlich und sollten entsprechend der ärztlichen Verordnung getragen werden.
Kompressionsklassen, Strickarten und Materialien – worauf kommt es an?
Kompressionsstrümpfe sind nicht alle gleich. Je nach Erkrankung, Körperbau und Behandlungsziel unterscheiden sie sich in ihrer Kompressionsklasse, Strickart und dem verwendeten Material. In der Regel erfolgt die Auswahl auf ärztliche Verordnung und nach einer individuellen Vermessung im medizinischen Fachhandel.
Welche Kompressionsklassen gibt es?
Medizinische Kompressionsstrümpfe werden entsprechend ihres Drucks in 4 Kompressionsklassen (KKL I-IV) eingeteilt, wobei die KKL II die häufigste ist. Je höher die Kompressionsklasse, desto größer ist der ausgeübte Druck. Daher sollten Kompressions-strümpfe ausschließlich nach ärztlicher Empfehlung getragen werden.
Rundgestrickt oder flachgestrickt?
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden nahtlos gefertigt und sind elastischer. Sie eignen sich besonders für die Behandlung von Venenerkrankungen wie Krampfadern oder chron. Venenschwäche. Aufgrund der guten Passform werden sie oft im Alltag getragen.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe besitzen eine Naht und sind formstabiler. Sie werden individuell nach Maß angefertigt und kommen vor allem bei Lymph- oder Lipödemen zum Einsatz. Das festere Material verhindert wirksam die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe und passt sich speziellen Körperformen optimal an.
Welche Materialien werden verwendet?
Moderne Kompressionsstrümpfe bestehen aus hochwertigen Funktionsfasern. Diese sind wirksam und angenehm zu tragen. Häufig wird Elastan mit Polyamid oder Mikrofaser kombiniert. Dadurch sind die Strümpfe elastisch, strapazierfähig und gleichzeitig atmungsaktiv.
Korrekte Anwendung von Kompressionsstrümpfen
In der Regel werden die Kompressionsstrümpfe morgens direkt nach dem Aufstehen angezogen, wenn die Beine noch wenig oder gar nicht geschwollen sind. Zu diesem Zeitpunkt lassen sie sich leichter anziehen und können den ganzen Tag über optimal wirken.

Die Strümpfe sollten faltenfrei sitzen, ohne einzuschneiden oder zu rutschen. Falten oder ein ungleichmäßiger Sitz können Druckstellen verursachen und die Wirksamkeit der Kompression beeinträchtigen. Spezielle Anziehhilfen können das Anziehen erleichtern, insbesondere bei höheren Kompressionsklassen oder eingeschränkter Beweglichkeit.
Die tägliche Tragedauer richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung sowie der jeweiligen ärztlichen Verordnung. In vielen Fällen werden sie jedoch tagsüber getragen und vor dem Schlafengehen ausgezogen.
Bewegung als entscheidender Erfolgsfaktor
Kompressionsstrümpfe entfalten ihre volle Wirkung v.a. in Kombination mit Bewegung! Die sog. Muskelpumpe der Waden unterstützt bei jedem Schritt den venösen Rückfluss. Langes Sitzen oder Stehen sollte möglichst regelmäßig durch Bewegung unterbrochen werden.
Deshalb empfiehlt sich:
regelmäßiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen
Venengymnastik (z.B. auch in der Gruppe)
gezielte physiotherapeutische Übungen

Welche Rolle spielt die Physiotherapie?
Physiotherapie ergänzt die Behandlung mit Kompressionsstrümpfen sinnvoll. Je nach Diagnose können unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz kommen:

Techniken aus der manuellen Lymphdrainage
Atemübungen zur Unterstützung des Lymphabflusses
Aktivierung der Muskelpumpe
Kräftigungsübungen für Beine und Rumpf
Mobilisation der Gelenke
Gangschulung
Anleitung zu Eigenübungen
Beispiel: Bei Lymphödemen ist die Manuelle Lymphdrainage häufiger Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Im Anschluss an diese Technik wird oft eine Kompressionsversorgung angelegt (entweder Bandagierung - siehe Foto - oder Kompressionsstrümpfe), um den Behandlungserfolg zu erhalten und zu sichern.
Tipps für den Alltag
Damit Kompressionsstrümpfe ihre Wirkung optimal entfalten können, sind einige Hinweise zu beachten:
Ziehen Sie die Strümpfe möglichst morgens direkt nach dem Aufstehen an.
Tragen Sie sie entsprechend der ärztlichen Empfehlung regelmäßig.
Pflegen Sie Ihre Haut mit geeigneten Lotionen (am besten abends nach dem Ausziehen).
Waschen Sie die Strümpfe regelmäßig gemäß den Herstellerangaben.
Lassen Sie die Passform außerdem regelmäßig kontrollieren.
Fazit
Kompressionsstrümpfe sind ein bewährtes medizinisches Hilfsmittel zur Behandlung von Venen- und Lymphbeschwerden sowie zur Unterstützung nach Operationen. Ihre Wirkung ist besonders effektiv, wenn sie mit regelmäßiger Bewegung und einer individuell abgestimmten physiotherapeutischen Behandlung kombiniert werden.
In unserer Physiotherapie Stuttgart unterstützen wir Sie mit einer umfassenden Befundung, individuellen Übungen und einer persönlichen Beratung dabei, langfristig beweglich zu bleiben und Ihre Beschwerden nachhaltig zu reduzieren.

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