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COPD verstehen: Wie Bewegung und Atemtraining den Alltag erleichtern - Physiotherapie Stuttgart

vor 7 Stunden
4 Min. Lesezeit

Älterer Mann, der sich eine Atemmaske vor das Gesicht hält.


Atemnot reduzieren, die Belastbarkeit verbessern und den Alltag aktiver gestalten. So kann Physiotherapie Menschen mit COPD unterstützen.


COPD kann ganz alltägliche Aktivitäten wie z.B. Treppensteigen, Spazierengehen oder das Anziehen erschweren. Atemnot und nachlassende Ausdauer führen häufig dazu, dass Betroffene Bewegung vermeiden. Gezielte Physiotherapie, Atemtechniken und ein individuell angepasstes Training können dabei helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen und die Lebensqualität zu verbessern. In diesem Beitrag erfahren Sie, was COPD ist, wie Physiotherapie Stuttgart helfen kann und was Sie selbst im Alltag tun können.


Was ist eine COPD?


Die Abkürzung COPD steht für „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ und meint eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Es handelt sich um eine dauerhafte Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege verengt sind, was die Atmung zunehmend erschwert.


COPD gehört weltweit und in Deutschland zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) waren im Jahr 2019 ca. 8,5% der über 45-Jährigen in Deutschland von COPD betroffen. Das entspricht etwa jeder zwölften Person dieser Altersgruppe. Frauen und Männer sind dabei ähnlich häufig betroffen. In der RKI-Erhebung lag die Prävalenz bei Frauen bei 8,6% und bei Männern bei 8,5%.


Die Erkrankung entwickelt sich meist über viele Jahre hinweg. Besonders betroffen sind die Bronchien und die Lungenbläschen, die für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid verantwortlich sind. Bei einer COPD treten häufig zwei Krankheitsbilder gemeinsam auf:

Grafik Aufbau der Lunge.

  1. Chronische obstruktive Bronchitis: Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Die Schleimhäute schwellen an und produzieren mehr Schleim. Dadurch verengen sich die Atemwege und das Abhusten fällt schwerer. Typische Folgen sind anhaltender Husten und Auswurf.

  2. Lungenemphysem: Bei einem Lungenemphysem werden die feinen Lungenbläschen geschädigt und verlieren ihre Elastizität. Dadurch bleibt beim Ausatmen Luft in der Lunge zurück, die Lunge überbläht sich und das Ausatmen wird zunehmend schwieriger. Gleichzeitig wird der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid beeinträchtigt.


Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?


Der wichtigste Risikofaktor für COPD ist langjähriges Rauchen. Auch Passivrauchen kann zur Entstehung der Krankheit beitragen. Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:


  • berufliche Belastungen (dauerhafter Kontakt mit Staub, Rauch, Dämpfen oder Chemikalien)

  • Luftverschmutzung und andere Umweltbelastungen (Feinstaub, Schadstoffe, etc.)

  • wiederholte Atemwegsinfektionen, insbesondere in der frühen Kindheit

  • genetische Faktoren

  • höheres Lebensalter


Was sind typische Symptome einer COPD?


Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend. Anfangs bemerken Betroffene möglicherweise nur bei stärkerer Belastung Atemnot - im weiteren Verlauf kann diese bereits bei leichten Aktivitäten auftreten.


Frau, die sich geschwächt an die Hauswand lehnt und Mann, der ihr hilft.

Typische Symptome sind:

  • Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung (sog. Belastungsdyspnoe)

  • chronischer Husten, häufig morgens

  • vermehrte Schleimbildung und Auswurf

  • verminderte körperliche Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung



Bei einer akuten Verschlechterung der Beschwerden, einer sog. "Exazerbation" (häufig durch einen Infekt), nehmen beispielsweise Atemnot, Husten oder Auswurf deutlich zu. Solche Verschlechterungen sollten ärztlich abgeklärt werden!


Wie wird COPD behandelt?


COPD ist zwar nicht heilbar, aber durch eine individuell abgestimmte Behandlung lässt sich die Erkrankung positiv beeinflussen. Das Ziel besteht darin, die Beschwerden zu lindern, die Lungenfunktion möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Die wichtigsten Bestandteile der COPD-Behandlung sind:


Rauchverbotsschild

  • Rauchstopp: Der Verzicht auf das Rauchen ist die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

  • Medikamentöse Therapie: Inhalative Medikamente erweitern die Atemwege und können Atemnot lindern. Bei Bedarf kommen weitere Medikamente hinzu.

  • Physiotherapie und Bewegung: Atemtherapie sowie Kraft- und Ausdauertraining verbessern die körperliche Belastbarkeit und helfen dabei, Atemnot bei alltäglichen Aktivitäten besser zu bewältigen.

  • Pneumologische Rehabilitation: Ein individuelles Programm aus Training, Schulungen und medizinischer Betreuung kann die Selbstständigkeit und Lebensqualität fördern.

  • Vorbeugung und ärztliche Kontrollen: Impfungen, regelmäßige Untersuchungen und die frühzeitige Behandlung von Infekten können helfen, akute Verschlechterungen zu vermeiden.


Die Behandlung wird individuell an den Schweregrad der COPD und die Beschwerden angepasst. Besonders wichtig ist das Zusammenspiel aus ärztlicher Betreuung, medikamentöser Therapie und einem aktiven Lebensstil.


Physiotherapie bei COPD: Die wichtigsten Behandlungsbereiche


Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der nicht-medikamentösen COPD-Behandlung. Ihr Ziel ist es, die Atmung zu erleichtern, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.


Die Behandlung wird individuell an die Beschwerden, die Belastbarkeit/ den aktuellen gesundheitlichen Zustand sowie an die persönlichen Zielsetzungen und Wünsche der Patienten angepasst.


  1. Atemtherapie

Die Atemtherapie unterstützt Betroffene dabei, ihre Atmung bewusster wahrzunehmen, Atemnot besser zu bewältigen und bei Bedarf das Abhusten von Sekret zu erleichtern. Zu den wichtigsten Techniken gehören:

Frau bei der Atemtherapie.
  • spezielle Atemtechniken (v.a. für die Ausatmung)

  • atemerleichternde Körperstellungen

    (z.B. Kutschersitz, Torwartstellung)

  • Sekretmobilisation und Hustentechniken

  • Atemwahrnehmung und Atemkontrolle

  • Lockerung der Ein- und Ausatemmuskulatur

  • Verbesserung der Wirbelsäulenbeweglichkeit

  • Pneumonieprophylaxe (Vorbeugung von Lungenentzündungen)


  1. Kraft- und Ausdauertraining

Bei COPD führt Bewegungsmangel häufig zu einem zunehmenden Abbau der Muskulatur. Dadurch werden alltägliche Tätigkeiten anstrengender und Atemnot kann bereits bei geringer Belastung auftreten. Ein individuelles Kraft- und Ausdauertraining setzt genau hier an.


Ältere Frau auf Fahrradergometer.
  • Ein Ausdauertraining kann beispielsweise durch Gehtraining, Training auf dem Fahrradergometer, Schwimmen oder kurze, regelmäßige Spaziergänge erfolgen. Das Ziel besteht darin, die Belastbarkeit schrittweise zu verbessern, um körperliche Aktivitäten länger durchführen zu können.

  • Beim Krafttraining liegt der Fokus insbesondere auf der Bein-, Arm- und Rumpfmuskulatur. Übungen wie das Aufstehen und Hinsetzen, leichtes Treppensteigen oder gezielte Kräftigungsübungen können dabei helfen, die Muskulatur zu stärken, die Wirbelsäulenbeweglichkeit zu verbessern und alltägliche Aktivitäten zu erleichtern.


Die Trainingsintensität wird an die individuelle Belastbarkeit angepasst und schrittweise gesteigert. Dabei sind ausreichende Pausen und die richtige Atemtechnik besonders wichtig. Auch Lungensportgruppen können eine Möglichkeit sein, regelmäßig und unter fachlicher Anleitung aktiv zu bleiben.


  1. Alltagstraining & Atemökonmie

Ein wesentliches Ziel der Physiotherapie ist es, die erlernten Atemtechniken und Bewegungsstrategien im Alltag anzuwenden. Unter Atemökonomie versteht man einen möglichst kraftsparenden Umgang mit der eigenen Atmung und Energie. Betroffene lernen, alltägliche Aufgaben so zu gestalten, dass unnötige Atemnot und Erschöpfung vermieden werden. Dazu gehört beispielsweise:


  • beim Treppensteigen Tempo reduzieren und die Ausatmung mit der Belastung koordinieren

  • bei bestimmten Tätigkeiten wie z.B. Anziehen oder Duschen möglichst im Sitzen arbeiten

  • schwere Gegenstände körpernah tragen und unnötige Belastungen vermeiden

  • mehrere Aktivitäten über den Tag verteilen und regelmäßige Pausen einplanen

  • bei Atemnot atemerleichternde Körperstellung einnehmen und erlernte Atemtechniken einsetzen


Durch gezieltes Alltagstraining können Bewegungsabläufe effizienter werden. Das Ziel besteht nicht darin, körperliche Aktivität zu vermeiden, sondern vorhandene Kräfte besser einzusetzen, um möglichst lange selbstständig zu bleiben!


Fazit


COPD kann den Alltag erheblich einschränken. Atemnot, Husten und eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit machen viele Tätigkeiten anstrengender. Dennoch bedeutet die Diagnose nicht, dass Sie auf Bewegung und Selbstständigkeit verzichten müssen. Eine individuell abgestimmte Physiotherapie Stuttgart kann Ihnen dabei helfen, Atemtechniken zu erlernen, Ihre Muskulatur zu stärken und Ihre körperliche Belastbarkeit zu verbessern.


 
 
 

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