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Thoracic Outlet Syndrom (TOS): Wenn Nerven und Gefäße unter Druck geraten - Therapiewerk Stuttgart West

Frau, die ihre Hand auf den Schulter-Nackenbereich legt.


Das Thoracic Outlet Syndrom (TOS) ist ein häufig unterschätztes, aber klinisch relevantes Beschwerdebild, das verschiedene Strukturen im Schulter- und Halsbereich betreffen kann.

Da die Symptome oft unspezifisch sind und leicht anderen Problemen zugeordnet werden können, suchen viele Betroffene erst spät Hilfe. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des TOS und erklären, wie Physiotherapie im Therapiewerk Stuttgart West helfen kann.


Was ist das TOS und wer ist davon betroffen?


Das Thoracic Outlet Syndrom, auch Hyperabduktionssyndrom genannt, beschreibt ein Engpassyndrom von Nerven oder Blutgefäßen im Bereich zwischen Hals und Schulter - genauer gesagt im sog. "Thoracic Outlet", also dem Raum zwischen Schlüsselbein, erster Rippe und der umliegenden Muskulatur. Durch diese Engstelle können folgende Strukturen komprimiert werden:


  1. Plexus brachialis (großes Nervengeflecht, das die Arme und Hände versorgt)

  2. Vena subclavia (Unterschlüsselbeinvene, Vene des Arms)

  3. Arteria subclavia (Unterschlüsselbeinarterie, Arterie des Arms)


Betroffen sind oft junge bis mittelalte Erwachsene (ca. 20-50 Jahre), davon Frauen etwas häufiger als Männer (v.a. neurogenes TOS).


Welche Formen des TOS gibt es?


Je nachdem, welche Struktur eingeengt wird, unterscheidet man drei Hauptformen:


  1. Neurogenes TOS (häufigste Form mit 90-95%): Einengung des Plexus brachialis.

  2. Venöses TOS (seltener): Einengung der Vena subclavia.

  3. Arterielles TOS (seltenste, aber gefährlichste Form): Einengung der Arteria subclavia.


Mögliche Ursachen eines TOS


Ein TOS entsteht in den meisten Fällen durch mechanische Engpässe, die verschiedene Gründe haben können:

Schwimmerin.
  • Haltungsschwächen

    (z.B. Rundrücken, nach vorn gezogene Schultern)

  • Verdickung oder Verspannung bestimmter Muskeln (z.B. M. scalenus, M. pectoralis minor)

  • Überkopfarbeiten und wiederholte Bewegungs-muster (z.B. Maler, Elektriker, Mechaniker, ...)

  • Sportarten mit viel Überkopfbewegungen

    (z.B. Schwimmen, Volleyball, Gewichtheben, ...)

  • Traumata (z.B. Schleudertrauma, Schlüsselbeinfraktur)

  • Narbengewebe oder Verklebungen nach Operationen

  • anatomischen Variationen (z.B. Halsrippe, Fehlstellung der 1. Rippe, Muskelhypertrophie, Bindegewebsanomalien, ...)


Typische Symptome – Was berichten unsere Patienten?


Die Symptome können je nach Form variieren, doch viele Betroffene schildern ähnliche Beschwerden, wie z.B.:


Frau, die sich die Hand hält.

Neurogene Symptome (die Nerven betreffend)

  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder "Ameisenlaufen"

    im Arm oder in den Fingern (einseitig)

  • ausstrahlende Schmerzen vom Nacken über

    die Schulter bis in den Arm hinein

  • Schwächegefühl, schnelle Ermüdung oder Verringerung der Griffkraft

    -> Feinmotorikstörungen, z.B. Fallenlassen von Gegenständen

  • Symptome verstärken sich bei Überkopfarbeiten (z.B. Haare föhnen) oder nachts


Vaskuläre Symptome (die Gefäße betreffend)


Venös:

  • Schwellung des Arms oder der Hand

  • blau-livide Verfärbung der Haut

  • Spannungsgefühl oder Schweregefühl

  • sichtbare, hervortretende Venen im Schultergürtelbereich

  • Beschwerden in Ruhe und bei Belastung (z.B. nach dem Sport)


Grafische Darstellung Arterie und Vene.

Arteriell:

  • blasse oder kalte Hand

  • Pulsabschwächung bei bestimmten Armpositionen

  • Schmerzen oder Müdigkeit bei Belastung (Minderdurchblutung)

  • eventuell Gefäßgeräusche (Strömungsgeräusch)


Zudem berichten viele Patienten, dass sich die Beschwerden nachts, beim seitlichen Liegen, nach langem Sitzen, beim Heben oder Hochhalten der Arme sowie beim Tragen von Taschen verstärken.


Was sind mögliche Differenzialdiagnosen bei TOS?


Da sich die Symptome überschneiden, müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Mögliche Differentialdiagnosen sind beispielsweise:


  • Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule

  • Nervenwurzelreizungen (z.B. durch Arthrose der HWS)

  • Karpaltunnelsyndrom oder andere Engpasssyndrome am Arm

  • Schulterimpingement

  • Rotatorenmanschettenprobleme

  • Gefäßerkrankungen

  • Angina Pectoris


Eine genaue physiotherapeutische und ärztliche Diagnostik ist daher entscheidend!!!


Wie wird ein TOS behandelt?


Das richtet sich nach der Form des TOS und der jeweiligen Ursache. Meist wird zunächst eine konservative Behandlung - sprich Physiotherapie und Bewegungsübungen - gestartet, die häufig schon zu einer deutlichen Beschwerdelinderung führt (insbesondere bei neurogenem TOS). Nur in seltenen Fällen, v.a. bei arterieller oder stark venöser TOS, ist eine operative Freilegung der Engstelle notwendig oder wenn ein neurogenes TOS trotz intensiver konservativer Therapie bestehen bleibt.


Wie kann Physiotherapie helfen?


Im Therapiewerk Stuttgart West legen wir besonderen Wert auf eine ganzheitliche Analyse von Haltung, Bewegung und Alltagsbelastung. Eine TOS-Behandlung umfasst u.a. folgende Maßnahmen:


  • Manuelle Therapie zur Lösung von Engpässen (z.B. Mobilisation der 1. Rippe)

  • neurodynamische Techniken zur Verbesserung der Gleitfähigkeit der Nerven des Plexus

  • Haltungs- und Bewegungsschulung für Alltag und Beruf (z.B. Aufrichtung des Brustkorb, Korrektur von Schulterposition und Kopfhaltung, Arbeitsplatzanpassung, Sporttechnik)

  • Kräftigung der Halsmuskulatur, der Scapula-Stabilisatoren und der Rückenmuskeln

  • Dehnung verkürzter Strukturen (z.B. Pectoralis, Scalenii)

  • Atem- und Entspannungstechniken zur Entlastung der Engpassregion

  • individuell angepasste Übungen für zu Hause zur langfristigen Beschwerdefreiheit

Therapeut, der Arm seiner Patientin nach oben führt.

Unser Ziel ist es, die Ursache des TOS nachhaltig zu behandeln, Beschwerden zu reduzieren und die Belastbarkeit im Alltag zu steigern.


Fazit


Ein Thoracic Outlet Syndrom kann vielfältige Beschwerden verursachen, lässt sich aber durch gezielte Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie sehr gut behandeln. Dabei spielt die Physiotherapie eine zentrale Rolle, insbesondere bei muskulären, haltungsbedingten oder funktionellen Ursachen.

 
 
 
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