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Schloßstr. 74 | S.West

Sicher durch den Alltag trotz Belastungsinkontinenz - Therapiewerk Stuttgart West

Schwangere Frau, die sich beide Hände mittig vor das Becken hält.


Belastungsinkontinenz ist ein weit verbreitetes, jedoch häufig tabuisiertes Thema. Viele Betroffene leiden still, obwohl es wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt. Im Therapiewerk Stuttgart West begleiten wir Patientinnen und Patienten mit fachlicher Kompetenz, Einfühlungsvermögen und einem klaren therapeutischen Konzept. Im Folgenden erfahren Sie ausführlich, was Belastungsinkontinenz genau ist, wie sie sich von anderen Inkontinenzformen unterscheidet und welche (physiotherapeutischen) Therapieoptionen es gibt.


Was ist Belastungsinkontinenz?


Bei der Belastungsinkontinenz, auch Stressinkontinenz genannt, kommt es zu einem unwillkürlichen Verlust von Urin, sobald sich der Druck im Bauchraum erhöht. Anders als der Begriff „Stress” vermuten lässt, geht es dabei nicht um psychischen Stress, sondern um mechanischen Druck, der z.B. beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben entsteht. In solchen Momenten steigt der Druck auf die Blase kurzfristig an (siehe Bild). Wenn der Beckenboden oder der Verschlussmechanismus der Harnröhre (Schließmuskeln) geschwächt sind, kann dieser Druck nicht ausreichend abgefangen werden und es tritt ungewollt Urin aus.


Grafische Darstellung Blaseninkontinenz.

Normalerweise arbeitet der Körper hier sehr fein abgestimmt. Der Beckenboden bildet gemeinsam mit der Bauch- und Rückenmuskulatur eine funktionelle Einheit. Bei einer plötzlichen Belastung spannt sich der Beckenboden reflektorisch an und stabilisiert so die Harnröhre. So bleibt die Blase dicht. Ist diese Reaktionsfähigkeit jedoch vermindert – etwa durch Schwangerschaft, Operationen, hormonelle Veränderungen oder eine allgemeine Muskelschwäche –, funktioniert dieser Schutzmechanismus nicht mehr zuverlässig.


Typisch für die Belastungsinkontinenz ist, dass kein starker Harndrang vorausgeht. Die Blase ist nicht überaktiv, sondern der Verschlussmechanismus ist nicht stabil genug, um dem entstehenden Druck standzuhalten. Der Urinverlust kann dabei von wenigen Tropfen bis zu größeren Mengen reichen und ist abhängig vom Schweregrad sowie der individuellen Belastungssituation.


Belastungsinkontinenz vs. Dranginkontinenz


Die Belastungsinkontinenz wird häufig mit der Dranginkontinenz verwechselt. Der Unterschied ist jedoch klar:


Belastungsinkontinenz

  • Urinverlust bei Druckerhöhung (z.B. Husten)

  • kein starker Harndrang

  • Ursache ist meist eine muskuläre Schwäche


Dranginkontinenz

  • plötzlicher, kaum kontrollierbarer Harndrang

  • häufiges Wasserlassen

  • Ursache ist meist eine überaktive Blase


Es gibt zudem Mischformen, bei denen beide Komponenten auftreten. Eine genaue Diagnostik ist daher entscheidend!


Wie häufig ist Belastungsinkontinenz?


Belastungsinkontinenz ist die häufigste Form der Harninkontinenz bei Frauen; Männer sind hingegen seltener betroffen, beispielsweise nach Prostata-Operationen.


  • etwa jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens entsprechende Symptome

  • sie tritt besonders häufig nach Schwangerschaften und Geburten auf

  • auch in den Wechseljahren steigt durch hormonelle Veränderungen das Risiko


Wichtig! Belastungsinkontinenz ist weder ein unvermeidlicher Bestandteil des Älterwerdens noch ein persönliches Versagen, sondern ein funktionelles Problem, das in den meisten Fällen gut behandelbar ist – insbesondere durch gezielte physiotherapeutische Maßnahmen.


Einteilung nach Schweregrad


Die Einteilung in drei Schweregrade hilft, die Symptomatik besser einzuordnen und die passende Therapie zu planen. Die Übergänge können hierbei fließend sein, und das subjektive Belastungsempfinden spielt eine große Rolle:


  • Grad I: Urinverlust bei starkem Druck, z.B. Husten, Niesen, Lachen, Hüpfen, Sprinten. Meist gehen nur wenige Tropfen Urin verloren - viele Betroffene bemerken die Problematik daher zunächst nur gelegentlich, häufig in Erkältungsphasen oder beim Sport. In diesem Stadium sind die Erfolgsaussichten durch gezielte Physiotherapie besonders gut.


  • Grad II: Urinverlust bei mäßiger Belastung, z.B. beim zügigen Gehen, Aufstehen aus dem Sitz, Treppensteigen oder Heben leichter Lasten. Der Urinverlust ist stärker als bei Grad I und tritt häufiger auf. Viele Betroffene beginnen, ihren Alltag anzupassen, vermeiden bestimmte Aktivitäten oder tragen vorsorglich Einlagen. In diesem Stadium ist eine strukturierte Therapie besonders wichtig, um eine Verschlechterung zu verhindern.


  • Grad III: Urinverlust bereits bei geringer Belastung oder sogar im Stehen, z.B. Umdrehen im Bett, längeres Stehen, langsames Gehen oder ohne erkennbaren Grund. Hier ist der Verschlussmechanismus deutlich beeinträchtigt und die Lebensqualität kann erheblich eingeschränkt sein. Auch bei Grad III kann Physiotherapie sinnvoll sein – häufig in Kombination mit weiteren medizinischen Maßnahmen.


Ursachen der Belastungsinkontinenz


Die Hauptursachen sind eine Schwächung des Beckenbodens oder eine Beeinträchtigung des Harnröhrenverschlusses. Auch Fehlhaltungen, eine gestörte Rumpfstabilität oder falsche Atemtechniken können das Problem verstärken.


Häufige Risikofaktoren sind:

  • Schwangerschaft und vaginale Geburt

  • hormonelle Veränderungen (Wechseljahre)

  • Operationen im Beckenbereich (z.B. Prostata)

  • chronischer Husten

  • starkes Übergewicht

  • schweres körperliches Arbeiten

  • hochintensiver Sport

  • Bindegewebsschwäche


Verschiedene Behandlungsvarianten (nach Ursache/ Schweregrad)


Konservative Behandlung - Erste Wahl

In den meisten Fällen wird zunächst konservativ behandelt. Gerade im frühen Stadium sind die Erfolgsaussichten damit sehr gut:


  • Beckenbodentraining (Physiotherapie)

    1. Diagnostik und individuelle Beratung

    2. Sensibilisierung und Wahrnehmungsschulung

    3. Kräftigungsübungen in Kombination mit dem Atem

    4. Entspannungstechniken

    5. Integration in den Alltag


  • Biofeedback

  • Elektrostimulation

  • Pessartherapie

  • Gewichtsreduktion

  • Anpassung von Alltagsgewohnheiten


Für einen genaueren Einblick in die Inhalte des physiotherapeutische Beckenbodentrainings, lesen Sie gern unseren Blogbeitrag "Beckenbodentherapie: Ihr Weg zu mehr Lebensqualität! - Therapiewerk Stuttgart West".


Frau, die eine einbeinige Brücke macht. Eine zweite Frau unterstützt sie dabei.

Operative Behandlung

Erst wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, können operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Häufig eingesetzte Methoden sind Schlingenoperationen, mit denen die Harnröhre stabilisiert wird.


Tipps und Strategien für den Alltag


Neben der Therapie können kleine Veränderungen im Alltag viel bewirken, wie z.B.:


  • eine aufrechte Körperhaltung einnehmen

  • beim Husten/ Niesen den Beckenboden bewusst aktivieren und den Kopf zur Seite drehen

  • kein schweres Heben bzw. korrekt ausführen (Last nah am Körper, bei Belastung ausatmen)

  • Pressen beim Toilettengang vermeiden

  • regelmäßige, aber nicht übermäßige Toilettengänge

  • Gewicht normalisieren und Verstopfung vermeiden

  • Entspannungsübungen in Tagesablauf integrieren

  • geeignete Sportarten wählen (z.B. Schwimmen, moderates Krafttraining)


Weniger geeignet bei ausgeprägter Symptomatik:

  • Trampolin springen

  • intensives Joggen

  • Kontaktsportarten mit Sprungbelastung


Frühzeitig handeln, um die Lebensqualität zurückzugewinnen!


Belastungsinkontinenz ist kein Schicksal, das man akzeptieren muss. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten! Im Therapiewerk Stuttgart West begleiten wir Sie kompetent und einfühlsam auf Ihrem Weg zu mehr Sicherheit, Stabilität und Lebensqualität.



 
 
 

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