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Knieschmerzen im Alltag und Sport: Hilfe bei Chondromalacia patellae - Therapiewerk Stuttgart West

Läuferin, die sich das Knie schmerzhaft hält.

Knieschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden in physiotherapeutischen Praxen. Besonders junge, sportlich aktive Menschen sowie Personen, die beruflich ihre Knie belasten, klagen häufig über Schmerzen an der Vorderseite des Kniegelenks. Eine mögliche Ursache dafür ist die Chondromalacia patellae. In diesem Beitrag erklären wir, was sich hinter dieser Diagnose verbirgt, wie sie entsteht und welche physiotherapeutischen Maßnahmen im Rahmen einer gezielten Behandlung im Therapiewerk Stuttgart West helfen können.


Was ist Chondromalacia patellae?


Als Chondromalacia patellae bezeichnet man eine strukturelle Veränderung des Gelenkknorpels an der Rückseite der Kniescheibe (Patella). Dieser Knorpel sorgt u.a. dafür, dass die Bewegungen zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen möglichst reibungsarm und gleichmäßig ablaufen. Kommt es zu einer Erweichung, Aufrauung oder Ausdünnung dieses Knorpels, spricht man von Chondromalacia patellae.


Mann, der mit dem Finger auf anatomisches Modell von Kniegelenk zeigt.

Durch die geschädigte Knorpeloberfläche wird die Druckverteilung im Gelenk ungünstiger,

v.a. bei Beugebewegungen wie Treppensteigen, Hocken oder nach längeren Sitzphasen. Die Kniescheibe gleitet dann nicht mehr optimal in ihrer Führung, was zu vermehrter Reibung, Reizzuständen und Schmerzen führen kann. Anfangs handelt es sich häufig um funktionelle Knorpelveränderungen, die bei frühzeitiger Behandlung gut beeinflussbar sind.


Wozu brauchen wir Gelenkknorpel?


Der Gelenkknorpel erfüllt im Kniegelenk mehrere essenzielle Funktionen, wie z.B.:


  • reibungsarmes Gleiten der Gelenkflächen

  • Stoßdämpfung bei Belastungen wie Gehen, Laufen oder Springen

  • Druckverteilung, um punktuelle Überlastungen zu vermeiden

  • Schutz des darunterliegenden Knochens vor Abnutzung


Da Knorpelgewebe nur sehr eingeschränkt durchblutet ist, besitzt es eine geringe Regenerationsfähigkeit. Umso wichtiger ist ein gut abgestimmtes Zusammenspiel von Muskulatur, Gelenkstellung und Bewegung sowie Geduld.


Wer ist von Chondromalacia patellae betroffen?


Die Chondromalacia patellae ist eine vergleichsweise häufige Erkrankung - besonders betroffen sind:


  • Jugendliche und junge Erwachsene

  • sportlich aktive Personen (z.B. Läufer, Fußballer, Volleyballer)

  • Menschen mit Fehlstellungen der Beinachse

  • Personen mit sitzender Tätigkeit und wenig muskulärem Ausgleich


Frauen sind statistisch etwas häufiger betroffen als Männer. Dies wird unter anderem mit den anatomischen Unterschieden der Becken- und Beinachse erklärt.


Typische Symptome


Die Symptome der Chondromalacia patellae entwickeln sich häufig schleichend und können in Intensität und Ausprägung stark variieren – von gelegentlichem Unbehagen bis hin zu deutlichen Einschränkungen im Alltag und beim Sport.


Frau, die auf dem Sofa sitzt und sich schmerzhaft das Knie hält.

  • diffuse oder punktuelle Schmerzen hinter, unter oder um die Kniescheibe herum

  • Beschwerden beim Treppensteigen, Bergabgehen oder längeren Sitzen (z.B. im Auto, Büro)

  • Schmerzen bei Kniebeugen, Ausfallschritten oder beim Aufstehen aus der Hocke

  • Belastungsschmerz beim Laufen, Springen oder abruptem Abbremsen

  • Anlaufschmerzen nach Ruhephasen

  • Knirsch- oder Reibegeräusche im Kniegelenk

  • gelegentlich leichte Schwellung oder Spannungsgefühl


Ursachen und Risikofaktoren


Die Entstehung einer Chondromalacia patellae ist in den meisten Fällen multifaktoriell bedingt. Häufige Ursachen sind z.B.:


  • muskuläre Dysbalancen, v.a. eine Schwäche der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur

  • Fehlstellungen der Beinachse (z.B. X-Beine)

  • Überlastung durch Sportarten mit hoher Kniebelastung

  • Fehl- oder Überbeweglichkeit der Kniescheibe

  • unzureichende Regeneration oder falsches Training


Auch Bewegungsmangel oder langes Sitzen können indirekt zur Problematik beitragen, da dadurch die stabilisierende Muskulatur geschwächt wird.


Physiotherapie als zentrale Säule der Behandlung


In den meisten Fällen wird Chondromalacia patellae konservativ, also ohne Operation, behandelt. Dabei spielt die Physiotherapie eine zentrale Rolle. Ziel ist es, die Kniescheibe zu entlasten, die Gelenkmechanik zu verbessern und schmerzfreie Belastbarkeit aufzubauen.


Typische physiotherapeutische Maßnahmen sind:

Kniescheibenmobilisation.
  1. Kräftigung Oberschenkel-, Hüft- und Gesäßmuskulatur (v.a. Quadrizeps -> M. vastus medialis)

  2. Verbesserung der Beweglichkeit von Knie-, Hüft- und Sprunggelenk

  3. Koordinations- und Stabilisationstraining auf verschiedenen Untergründen


  4. Manuelle Therapie zur Verbesserung der Gleitfähigkeit der Patella

  5. Weichteiltechniken zur Spannungsregulation

  6. Alltags- und Trainingsberatung, um Überlastungen zu vermeiden


Frau, die Stabilitätsübung für die Beine im Trainingsraum macht.

Im Therapiewerk Stuttgart West wird großer Wert auf eine individuelle Befunderhebung gelegt, damit die Therapie exakt auf die persönlichen Bedürfnisse und Ziele abgestimmt werden kann. Wichtig: Übungen sollten schmerzarm, technisch sauber und regelmäßig durchgeführt werden.



Wann wird eine Operation notwendig?


Eine Operation bei Chondromalacia patellae ist nur selten notwendig und wird erst in Erwägung gezogen, wenn eine konsequente konservative Therapie über mehrere Monate keine ausreichende Besserung bringt. Je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung können dabei der Knorpel geglättet, die Bildung von Ersatzknorpel angeregt oder die Führung der Kniescheibe korrigiert werden. Auch nach einer Operation ist eine strukturierte physiotherapeutische Nachbehandlung entscheidend für den langfristigen Erfolg.


Muss ich eine Sportpause machen und wenn ja, wie lange?


Eine komplette Sportpause ist nicht immer notwendig - entscheidend sind die ausgeübte Sportart und die Stärke der Beschwerden. Sportarten mit hoher Stoß- und Druckbelastung des Knies (z. B. Laufen, Sprung- oder Stop-and-Go-Sportarten) sollten vorübergehend reduziert oder angepasst werden.


In vielen Fällen ist eine modifizierte sportliche Aktivität sinnvoll durch:

  • Wechsel zu knieschonenden Sportarten (z.B. Radfahren oder Schwimmen)

  • Reduzierung von Intensität und Umfang der Traningseinheit

  • Integrieren Sie gezielte Kräftigungs- und Stabilisationsübungen


Die Dauer einer eventuellen Sportpause kann von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen und sollte individuell festgelegt werden.


Was Betroffene selbst tun können


Neben der physiotherapeutischen Behandlung gibt es einige Maßnahmen, mit denen Patientinnen und Patienten den Heilungsprozess aktiv unterstützen können:


  • Belastungen anpassen und schmerzfreie Bewegungsbereiche nutzen

  • Sitzposition regelmäßig wechseln und Bewegungspausen einbauen (kein langes Sitzen!)

  • tiefe Hockpositionen und abruptes Abbremsen reduzieren

  • Treppen möglichst bewusst und kontrolliert nutzen

  • regelmäßig und korrekt ausgeführte Kräftigungsübungen in den Alltag integrieren

  • auf geeignetes, gut gedämpftes und bequemes Schuhwerk achten

  • Trainingsintensität und -umfang langsam steigern (keine „Belastungssprünge“!)

  • Geduld haben – Knorpel benötigt Zeit zur Regeneration!!!


Fazit


Die Chondromalacia patellae ist eine häufige Ursache für vordere Knieschmerzen und sollte ernst genommen werden. Mit einer gezielten physiotherapeutischen Behandlung, die an die individuellen Ursachen und Belastungen angepasst ist, lassen sich die Beschwerden in vielen Fällen deutlich reduzieren oder sogar vollständig beheben. Der Schlüssel zu einem schmerzfreien und belastbaren Knie – ob im Alltag oder beim Sport – ist eine frühzeitige Therapie - wie im Therapiewerk Stuttgart West.

 
 
 

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